Nach langer Suche und einiger Unentschlossenheit habe ich es doch noch einmal gewagt ein über 70 Jahre altes Motorrad anzukaufen, aufzuarbeiten und fahrbereit zu halten. Dies ist die Geschichte des Frierens, der Einarbeitung (Unterlagen), der technischen Aufarbeitung und der Verschönerung. Der Markt gab nicht allzu viel her, manche schieden von vornherein aus, so z.B. das “Wohnzimmer”-Exemplar. Oder der Zustand war schon auf den Bildern schlecht oder unvollständig.
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Da der alte Brief, die “graue Pappe”, noch zu den Unterlagen gehörte, kann die Historie der Vorbesitzer lückenlos nachvollzogen werden. Der alte Brief hat die Nummer 1970178, daraus ist jedoch nicht zu schließen, es hätte nur etwa 2 Mio Fahrzeuge in Deutschland gegeben. Die zwar fortlaufende Nummer wurde im im Zulassungsbezirk, n AH 76-7772 vergeben. Übrigens nicht Ahaus. Mit mir sind es jetzt 6 Besitzer und für jeden von uns hat diese DKW sicher eine ganz eigene Bedeutung.
Vor dem Erfolg des Schraubens gibt es die notwendige Informationsphase, also muss ein Werkstatthandbuch und eine Ersatzteilliste her. Aus den Zeiten der ersten RT 175, Ankauf 1992 wurden beim Verkauf zwar leider das Handbuch weitergegeben, aber immerhin war die Ersatzteilliste, die Betriebsanleitung – zwar für die RT 200/2 – aber identisch mit der RT 175, der Test aus “Das Motorrad” im Nachdruck und einige Bücher noch vorhanden. So z.B.:
Als erstes mussten ja erst einmal die Voraussetzungen für eine Restaurierung geschaffen werden. Aus vorherigen Aktionen und der Anmahnung durch das Lebensalter des Schraubers, war der Wunsch nach ein wenig Komfort deutlich. Als Ort standen zwei Möglichkeiten, hier Garagen, zur Verfügung. Das Privileg der kurzen Wege, Garage 1: vom Flur direkter Zugang, so 5m, angeschlossen an Zentralheizung. Garage 2: Vom Wohnzimmer über Terrasse, so 10 m, keine Heizung, aber Platz. Denn Garage 1 beherbergt den R59 Mini und im Winter die Kawaski W650, da Garage 2 schon mal durch den Taupunkt geht. Die Entscheidung, da es zum Start ja noch einigermaßen mild war, fiel für Garage 2.
Einige, die die DKW im Anschaffungszustand gesehen haben, meinten man könne das durchaus so lassen und in der Tat hatte ich das auch überlegt. Aber in Erinnerung an den Zustand der Vorgängerin war es mir dann doch nicht gut genug. Mit der schon angesprochenen Hebebühne ist dann doch ein vierstelliger Betrag zusammen gekommen. 





Zeitlich eine längere Angelegenheit, zu tun: Innen und Außen. Der Rostansatz im Inneren zeigte den Handlungsbedarf. Außen sollte eine Lackierung die Ähnlichkeit zum Chromtank herstellen, der damals gegen Aufpreis angeboten wurde.
ass Demontage und Montage von Reifendecken mit Hausmittel eine Herausforderung ist – Ausstattung zwei Montierhebel – muss man eine Challenge auch mal annehmen. Hier der Ausgangszustand im linken Bild.
Die Zündkerze zeigt ein fast ideales Kerzengesicht, vielleicht ein kleines bisschen hell. Aus Sorgfaltsgründen habe ich dann doch eben den Kopf abgenommen und in den Brennraum geschaut. War auch gut so, denn die Kopfdichtung blies wohl schon. Gut, dass Ersatz schon beschafft war.
Die äußeren Verschönerungen und mechanischen Verbesserungen waren nun soweit erledigt, also stand nunmehr der Umbau der 6 V Zünd- und Lichtanlage auf das marktbekannte Produkt Vape 12 V kontaktlos an. Schon vorweg – siehe Überschrift – der Weg des Stromes bleibt geheimnisvoll und auch jetzt beim Schreiben ist nicht alles verstanden. Dabei konnte James Clerk Maxwell alles Elektrische und Magnetische in vier Gleichungen zusammenfassen und bereits 1865 veröffentlichen. Liegt vielleicht daran, dass Heinrich Hertz erst 1888 den experimentellen Nachweis erbrachte. Also, conclusio, war mein Zeitaufwand von etwa 2 Wochen durchaus noch angemessen.
Da glaubte ich doch den Fehler (Ölfleck) schnell gefunden zu haben, denn ich hatte vergessen die Gummiabdichtung auf dem Kettenrad der Schaftwelle zu montieren. Die Betätigung der Kupplung erfolgt durch die Schaftwelle (hohl) auf die andere Motorseite und durch den Stift in der Schaftwelle wird Druck ausgübt und die Kupplung öffnet dann.
Abfahrt um 06:30 h, geplant war etwas früher, da das Wetter Schnee, Eis und Kälte für den Tag voraussagte. Wir wollten vor der Front nach Süden. Hat auch gut funktioniert, delay erklärt sich durch Suche im Haus, da jetzt am 12.01.2926 in der Rückschau geschrieben wird und wir nicht mehr erinnern, wie der Zeitverlust zustande kam.
Die gestern reparierten Duschen sollen heute funktionieren, also startet der Tag mit dem Friererlebnis in der freistehenden Duschkabine mir der Hoffnung auf heisses Wasser. Zunächst wird die Hoffnung erfüllt, um aber schnell in Abkühlung und dann vollständiger Einstellung des heissen oder wenigstens warmen Wassers überzugehen. Nun, ich bin sauber und die Sonne und das freundliche Wetter helfen ja auch. Bei R läuft es besser.
Erstmal duschen, nun ja, das Niveau der Ausstattung ist erträglich, mehr aber auch nicht. Reisebeschreibung aufgearbeitet, Frühstück. R zum Meer, N noch Pause. R bleibt am WoMo, N gegen 15:00 h zum Museum Valle dei Templi. Der erwartete Bezug zu den Tempelruinen und den Ausgrabungen stellt sich nicht her. Überwiegend wird in geschichtlicher Abfolge sehr viel Keramik besprochen. Der Audioguide in Deutsch hilft, schon sehenswert, muss man sich drauf einlassen. Rückfahrt mit dem Bus, ziemliche Wartezeit und Treffen mit R am Vorortplatz: Kirche, Fußballplatz, Cafe, Pizza zum Mitnehmen.
Auf dem Weg zum Campingplatz halten wir zum Einkauf am Centro Commerciale Archimede, sehr groß, wir besuchen nur Conad und dann geht es zum Campingplatz
Wir besuchen das Centro Commerciale Archimede, es ist zwar stürmisch, aber am frühen Nachmittag noch kein oder wenig Regen.
Der Sturm hat am Morgen zwar nicht völlig nachgelassen, aber ist wesentlich weniger stark. Der Regen hat aufgehört. Erstmal duschen und Frühstück. Mit Capitano Nino haben wir verabredet, dass er uns für kleines Geld mit seinem Auto nach Taormina bringen wird. N geht zum Strand, hier schon viel Schwemmgut, N weiter die Straße entlang, die mittlerweile kurz vor dem Campingplatz gesperrt ist. Nach 200 m am Meer zeigt sich auch warum. Die Straße ist auf etwa 100 m Länge in der Nacht weggebrochen, sämtliche Versorgungsleitungen sind herausgerissen. Reparaturtrupps sind schon vor Ort, der Nähe Campingplatz mündende Fluss führt immer noch extrem viel Wasser. Da standen wir in der Nacht aber sehr günstig, von der Sicherheit her. So erklärt sich auch, warum nachts der Strom mal für ein paar Stunden weg war.
Gegen 10:00 h haben wir entsorgt und Frischwasser aufgefüllt. Wegen der Straßenschäden durch den Sturm ist es notwendig zunächst nach Taormina zurück zu fahren, um dann die Autobahn A 18 (mautpflichtig) Richtung Messina zu nehmen. Nach der Auffahrt wird trotz Telepeage ein Ticket ausgegeben, am Ende zahlen wir 2,40 € in bar.
Sind etwas früher aufgestanden, der Bus soll um 10:20 h ab Campinpgplatz in das etwa 10 km entfernte Zentrum fahren. Die Nachbarn gegenüber hatten gestern schon gesagt, sie hätten sich den kleinen Corsa geliehen und wären zur Amalfi Küste gefahren. Natürlich gingen wir davon aus, es wäre ein Autoverleih in der Stadt. Freudige Überraschung der Campingplatz verleiht dieses Auto für den Pauschalpreis von 50 € für einen Tag mit der einzigen Auflage es wieder halb voll zurück zu geben. So können wir den weiteren Tag völlig entspannt angehen.
Nach dem Aufbau in Franca Villa – einziges WoMo – Spaziergang zum Strand. Es geht erst ein gutes Stück die Straße entlang. Der Zugang ist erst etwa 500 m weiter möglich, vorher alles Privatbesitz. Auf dem Hin- und Rückweg schauten wir nach Restaurants, aber wenn überhaupt, erst wieder gegen 20:00 h geöffnet.
h anstrengender Nacht für N und sehr vorsichtigem Nahrungsangebot, geht es mit spürbarer Verbesserung weiter. Unterwegs kommen wir an Imola (Rennstrecke) vorbei und sehen dann das Hinweisschild Museo Enzo Ferrari. Der kurze Check zeigt, keine 20 km von der Autobahn entfernt in Modena, da fiel die Entscheidung, trotz immer noch angeschlagener Gesundheit, nicht schwer.