Dienstag, der 08.09.2026

Nach dem Aufstehen nur ein Kaffee, die Therme in Thale öffnet um 10:00 h, also gegen 09:30 h Abreise, mit der Überlegung wieder nach Quedlinburg zurück zu kehren. Direkt vor der Therme sind die Parkplätze zu kurz, erst stellen wir uns quer in mehrere Boxen, erfahren dann aber von ein freundlichen Einwohnerin, Parkplätze, auch für Wohnmobile gibt es etwas 700 m entfernt. 

Tatsächlich findet sich auf dem Gelände des ehemaligen Hütten- und Walzwerks ein großer Platz der auch als Wohnmobilstellplatz ausgewiesen ist. Wir buchen erst nur bis 20:00 h, da es keinerlei Versorgung oder Entsorgung gibt. Möglich wäre dies am nahegelegenen Campingplatz, der auch hier Betreiber des vollautomatisierten Platzes ist.Bilder: https://wordpress.hol-den-ball.de/piwigo/index.php?/category/203

Dann zur Therme, 3 h 15 € ermäßigt. Recht klein, hinzu kommen die Kursteilnehmer der Wassergymnastik, aber wir wollen ja primär die Duschen nutzen.

Zurück am WoMo, Sachen aufhängen, Wetter gut, eher schon zu warm. Wir überqueren die Bode an der Fußgängerbrücke und erreichen Peterˋs Restaurant, Mittag statt Frühstück, empfehlenswert. Pause am WoMo. N besucht noch das Hüttenmuseum. 

Lohnenswert, besonders der Blickwinkel und die Darstellung aus DDR-Zeiten. Quelle: Https://www.museum.de/audioguide/62/15/DE

Wer als Schmelzer bei über 1.000 Grad arbeitete, brauchte eine spezielle Schutzbekleidung, die vor Hitze und Verbrennungen schützte, ganz klar!

… und natürlich auch spezielle Werkzeuge. Beispielsweise den sogenannten Eisenkratzer und den Probelöffel. Mit dem Eisenkratzer zog der Schmelzer an der Oberfläche des kochenden Stahls die Schlacke ab. Der Eisenkratzer ist das Symbol des Hüttenmanns, so wie Hammer und Schlägel für den Bergmann stehen.

Mit dem Probelöffel entnahm der Stahlwerker ein wenig flüssigen Stahl, goss ihn in eine rechteckige Form ab und ließ die Probe im Labor untersuchen. So stellte man fest, ob der Schmelzvorgang beendet war oder noch bestimmte Zusatzstoffe hinzugegeben werden mussten, um die gewünschte Beschaffenheit zu erreichen.

1984 legte man die Siemens-Martin-Öfen in Thale still, riss sie ab und ersetzte sie durch zwei Lichtbogenöfen. Das Modell eines solchen Ofens sehen Sie, wenn Sie sich umwenden.

Haben Sie die dicken Kupferleitungen gesehen, die seitlich in den Ofenkomplex hineinführen? Die zum Schmelzen erforderliche Wärme wird in Lichtbogenöfen auf der Basis von Strom erzeugt.

Der mächtige Kessel unter dem Gestell ist das Ofengefäß, in dem der Schmelzvorgang stattfindet. Es wird vorgefahren, über den Kran mit Schrott bestückt und wieder zurückgefahren. Senkt sich nun der Deckel, sinken auch die Kohleelektroden ab, also die großen schwarzen Stäbe. Durch sie wird nun Strom geleitet, im Innern des Ofengefäßes entsteht ein Lichtbogen, der den Schrott bei Temperaturen um 1.700 Grad schmilzt.

Nach viereinhalb bis sechs Stunden ist der Schmelzvorgang beendet. Das Ofengefäß wird geneigt, flüssiger Stahl in die Gießpfanne gegossen, in die Gießhalle gefahren und dort in Kokillen – also in Gussformen – abgegossen. Hat sich der Stahl etwas verfestigt, können die Kokillen abgezogen werden – zurück bleiben leuchtend glühende Stahlblöcke.

Alle Abbildungen: © Hüttenmuseum Thale

Es ist bereits nach 17:00 h, wir beschließen einfach zu bleiben und morgen noch die Seilbahnen zu besuchen.

Total Page Visits: 3 - Today Page Visits: 1