Donnerstag, der 02.07.2026

Nachts Regen und ziemlich stürmisch, daher hatte ich abends noch die Markise weggerollt und Stühle und Tische verpackt. Schon um 06:00 h wach, um 06:30 h duschen, da der Platz sich gefüllt hat, wir wollen beide so früh kein Frühstück, also Grauwasser entsorgen und Frischwasser auffüllen, auch WC vorsorglich entleert. Um 08:30 h sind wir schon unterwegs.Fotos: https://wordpress.hol-den-ball.de/piwigo/index.php?/category/191

Carrickfergus ist nur 18 min entfernt, der Parkplatz – kostenlos – ist direkt an der Ruine von Carrickfergus Castle. Ein größerer Supermarkt ist auch direkt am Parkplatz, Brot, Müllbeutel und Reis sind allerdings der einzige Einkauf. Frühstück und anschließend Bummel durch den Ort, Besuch des Ortsmuseums, Eintritt frei, aber auch sehr überschaubar.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Carrickfergus

Carrickfergus liegt in Antrim elf Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Belfast in Südlage am Meer und war Verwaltungssitz des ehemaligen Districts Carrickfergus, der 2015 im District Mid and East Antrim aufging.

Carrickfergus hat einen Jachthafen und das Andrew Jackson Centre, das an den US-amerikanischen Präsidenten Andrew Jackson erinnert, dessen Eltern Carrickfergus als Auswanderer verließen…

Eine Sehenswürdigkeit von Carrickfergus ist Carrickfergus Castle, eine normannische Burg auf einem schwarzen Basaltfelsen, die 1180 durch John de Courcy erbaut wurde.[1] …Die Stadt ist bekannt durch die Schlacht von Carrickfergus im November 1597, während des Neunjährigen Krieges…Das irische Volkslied Carrickfergus, das von einer verlorenen und unerreichbaren Liebe handelt, ist eine Übersetzung aus dem Irischen und stammt aus Munster. Es wurde von zahlreichen Musikern interpretiert, darunter Bryan Ferry, Joan Baez, Dermot Kennedy, The Dubliners, Declan Galbraith, The Chieftains, Van Morrison, Subway to Sally (in deutscher Übersetzung), Charlotte Church (in deutscher Übersetzung), Hannes Wader (ebenfalls in deutscher Übersetzung) Celtic Woman, The Piano Has Been Drinking in kölscher Mundart sowie Loreena McKennitt.

So geht es noch wenige km, weiter zum Andrew Jackson Cottage und US Ranger Museum. Andrew Jackson war der siebte Präsident der Vereinigten Staaten, seine Eltern stammen aus Carrrickfergus. Ich komme zu einem bereits begonnenen Vortrag dazu. Hier sei nur erwähnt, dass Nashville, Tennessee als Ulster-Town galt. Die Ulster-Scots kamen erst nach Irland, also auch nach Carrickfergus, um dann nach Amerika auszuwandern. Die Ulster-Scots, überwiegend Presbyterianer, prägten die Sprache, die Lebensweise im Raum Tennessee und die frühe Musikentwicklung, aus der die Country-Musik hervorging. 

Ulster-Scots Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ulster-Schotten

Die Geschichte der Einwanderung aus Schottland nach Irland begann 1606 mit der Plantation of Ulster, einer gezielten Ansiedlung von schottischen Siedlern auf den Ländereien enteigneter irischer Adliger. Die erste Erwähnung einer Ulster-Schottischen Sprache stammt aus dem Jahr 1640.[1] Die Ulster-Schotten gerieten so in den Konflikt zwischen katholischen Iren und anglikanischer englischer Oberschicht, die beide die schottischen Presbyterianer bestenfalls duldeten. Während die Iren in ihnen Landräuber sahen, schlossen die Engländer die Schotten von politischen Funktionen aus, sammelten von ihnen Beiträge für die anglikanische Staatskirche ein und ließen sie Sondersteuern zahlen. Landbesitz war den Ulster-Schotten fast unmöglich.[2] Der zunehmende Druck auf die Ulster-Schotten führte zu einer Auswanderung, die sich insbesondere auf die nordamerikanischen Kolonien des Empire richtete. Über 100.000 Presbyterianer zogen in den sechzig Jahren vor dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg in die Dreizehn Kolonien.[2]…In den USA geben 5,4 Millionen Menschen an, überwiegend Ulster-schottische Vorfahren zu haben. Die Einwanderung durch Ulster-Schotten fand insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert statt. Die ersten Siedlungsgebiete lagen in Pennsylvania. Nachdem dort das Land knapp wurde, zogen sie weiter nach Virginia, die Carolinas, Georgia, Tennessee und Kentucky.[3] Die Einwanderer waren mit die ersten, die über die Appalachen nach Westen zogen, so dass insbesondere die Bundesstaaten, die im 18. Jahrhundert kolonisiert wurden, Ulster-Schottische Elemente in ihrer Kultur aufweisen.

Unser Plan in Richtung Londonderry (Derry) zu fahren hatte ein paar Stopovers zuviel. Es folgen zu enge Straßen in schlechtem Zustand. Aber mit dem Ziel Ballycastle kommen wir auf die zwar kurvenreiche, aber gut ausgebaute Küstenstraße (Causeway Coastal Route). Sehr schöne Aussicht, da fährt man gern lang.

Eine Pause ist auch willkommen, die ersten beiden Möglichkeiten haben eine Höhenbegrenzung, kurz vor Glenarm sehen wir den Yachhafen und einige Wohnmobile auf dem Parkplatz direkt daneben. Erst wollen wir nur eine Pause machen, beschließen dann aber zu bleiben. L erkundet schon mal den kleinen Ort, N braucht Pause.

Die Nachfrage beim Hafenmeister hat als Ergebnis: Dieser Platz ist kostenlos, es gibt Toiletten und der Hafenmeister weist noch auf ein Frischwassermöglichkeit hin. Im Ort in den Pubs oder in der Townhall (?) gibt es eine Spendenmöglichkeit, da der Platz von Freiwilligen sauber gehalten wird. Da wollen wir doch gern was geben. Um 18:00 h soll es zum Pub gehen. Ein erstes  Abendessen auswärts.

Leider ist das Restaurant ausgebucht, der Pub gegenüber macht nur Getränke und im Ort gibt es sonst kein anderes Angebot, also Kochen im WoMo. N schließt noch einen Verdauungsspazierang an, eigentlich schönes Fotografierlicht, der Ire legt gekonnt kleine Vorgärten an.

Zurück schließt sich ein “Wissenschaftsgespräch” an. 

Fazit: Ein vom Massetourismus verschonter kleiner Ort, da zeigt sich, dass wir aus einer Gegend angereist sind, wo alle 2m die Pommesbude, der Dönerladen oder Pizza vom deutschen Italiener mit türkischen Wurzeln angeboten wird. Es dürfte natürlich auch gern ein gutes Restaurant sein, aber das war ja ausgebucht. Also eine interessante Erfahrung.

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