Fr, 06-09-2019

Das Wetter ist umgeschlagen, die Wolken hängen etwa drei Meter über dem WoMo, es regnet mal mehr mal weniger. Gleichwohl machen wir uns auf den Weg ins Fassatal, da wir ursprünglich auch Pozza di Fassa als Ziel ins Auge gefasst hatten.

Die Streckenführung mit extrem vielen Serpentinen und 180°- Kehren führte jedoch zur Entscheidung: Sexten. Heute wollen wir prüfen, ob wir sinnvoll entschieden hatten. Vorweg: Ja, ja, ja – die gesamte Tour hatte wohl an die 100 Spitzkehren.

Hin geht es über Bruneck, Corvara, Canazei nach Pozza di Fassa. Renate fährt über das Grödner Joch (2121 m). Vorher eine Pause in St. Vigil, alle Touristen, auch wir bevölkern die Cafes. St. Vigil empfahl sich als Pausenpunkt, da wir Ostern 1988 (also nur mit Simon) hier Skilaufen waren. Es wird wohl noch dauern den Blog ins Jahr 1988 reichen zu lassen, geplant ist es aber definitiv.

Es sind nicht nur die Kurven, vielmehr ist der erschreckende Tourismusboom hier vor Ort, den wir hautnah ansehen dürfen, so abschreckend, dass Sexten – auch hier Tourismus – geradezu als Paradies erscheint.

Also geht es schnell an die Rückfahrt, die alternative Route führt über den Passo Pordoi (2239 m), übrigens der zweithöchste mit einer Asphaltstraße versehene Gebirgspass in den italienischen Dolomiten.

Weiter über den Passo Falzarego (2105 m). Bergab biegen wir ab zur Localita Dibona. Single-Track-Asphalt erscheint uns schon schwierig, aber dann geht es auf Schotter weiter. Bei den ersten Schneekanonen wird 4WD (4-Wheel-Drive) notwendig – Mr.Jim wird gefordert. Dies ist steigerbar, Steilstücke mit losem Geröll erfordern die Geländeuntersetzung. Wir erreichen kurz vor 18:00 h Rifugio Duca d´Aosta ( https://rifugioducadaosta.com ), eigentlich eine Skihütte, um uns herum gehen die Skipisten zu Tal, es gibt aber noch weitere Aufstiegshilfen. Eigentlich will der Betreiber schließen, immerhin sind wir die Einzigen weit und breit, aber Kaffee und einen leckeren Strudel gibt es noch. Welch ein Gegensatz zu den Touristenströmen vorher.

 

 

Direkt neben der Rifugio zieht die Schotterpiste weiter nach oben, eine zu große Verlockung. Tatsächlich schafft Mr.Jim auch diesen weiteren Anstieg. Aber da wir mittlerweile ziemlich nirgendwo im Irgendwo sind, die Wolken, der Nebel und Regen direkt bis zur Windschutzscheibe reicht und auch bereits an das Resttageslicht zu denken ist, geht es an den Abstieg – zumal ja noch etliche Kilometer zu fahren sind.

Unterwegs noch ein Fotostopp, Passo Falsárego (2105 m), Cortina d´Ampezzo, Schluderbach, vor der Auffahrt zur Auronzo-Hütte ist die Blechlawine, die wir bei schönem Wetter ansehen durften, vollständig verschwunden. Über Toblach und Innichen geht es wieder nach Sexten.

Um 20:00 h sind wir pünklich zur Tagesschau wieder am WoMo.

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