03-07-2018

Trotz der Midgies-Invasion gut geschlafen, allerdings mit Sturmhaube, Halstuch und übergelegtem Handtuch. Gegen 10:30 h starten wir Richtung Destille Ardnamurchan.Sie ist erst seit 2013 in Betrieb, so dass noch kein eigener Single Malt angeboten wird. Das Faßlager zeigt das zur Eröffnung durch Prinzess Anne abgefüllte Faß und weitere bereits bestellte persönliche Fässer, die jedoch bis zu 18 Jahre lagern werden. Etwa 2% des Volmens verdunstet durch das Holz der Fässer pro Jahr, der Duft hängt deutlich erkennbar in der Halle: Angels-Share. Wir tasten 2 Sorten, die überraschend angenehm im Geschmack sind, nicht so rauchig und nicht so viele Tannine.

Wir erhalten den Tipp zu Fuss zum Ardnarmurchan Natural Historie Visitor Center zu gehen, tatsächlich sind es keine 3 Minuten. Hier ein sparsamer Lunch, der Shop ist interessant, ebenso die Ausstellung, die auschließlich von Volunteers aufbereitet ist. Eine geführte Tour würde sich empfehlen, jedoch nicht in der Motorrad-Kluft.

Die Darstellung der Highland-Clearances (gälisch: Fuadach nan Gàidheal) zeigt die Macht der Land-Lords, die mit unfassbarer Brutalität die Pächter (crofter) von den Ländereien vertrieben haben und damit jegliche Existenzgrundlage vernichteten. Auslöser war die beginnende Industrialisierung (Webstühle) und die damit verbundene steigende Nachfrage nach Wolle. 1792 war das Jahr der Schafe (Bliadhna nan Caorach), landlose Kleinpächter trieben aus Protest 6.000 Schafe von Ländereien um Ardross. Staatssekretär Henry Dundas etablierte die „Schwarze Wache“ (Black Watch) und weitere Aktionen wurden unterdrückt.

Nun liegt es nahe, zumal man Wester-Ross als Landschaftsbezeichnung findet, einen Vergleich mit „Games of Thrones“ zu wagen: Die schwarze Festung und die Männer der Nachtwache. Ach ja, wieder Mal: Alles nur geklaut.

Der weitere Teil der Ausstellung hat Naturthemen als Inhalt.

Wir beschließen noch weiter zum Leuchtturm zu fahren. Hier ist der westlichste Punkt des United Kingdom.

Interessante Technik, besonders die drei dieselbetriebenen Kompressoren für das Nebelhorn. Übrigens ist die Architektur von ägyptischer Baukunst inspiriert. Die Ausstellung ist frei zugänglich, nur für den Aufstieg auf den Leuchtturm wäre zu zahlen.

Auf dem Rückweg noch etwas eingekauft, auf dem Zeltplatz ein Hotel für Morgen gebucht. Simon wies noch auf die Notwendigkeit der sicheren Unterstellung der Motorräder hin. Edinburgh ist bekannt für häufige Fahrzeugdiebstähle. Wir lassen den Tag bei einem Bier auf dem Campingplatz ausklingen. Freundliche Nachbarn bringen eine Schale mit Erdbeeren und Himbeeren vorbei. Wir können uns nur mit einem kleinen Wodka revanchieren.

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