Dienstag, der 13.01.2026
Die gestern reparierten Duschen sollen heute funktionieren, also startet der Tag mit dem Friererlebnis in der freistehenden Duschkabine mir der Hoffnung auf heisses Wasser. Zunächst wird die Hoffnung erfüllt, um aber schnell in Abkühlung und dann vollständiger Einstellung des heissen oder wenigstens warmen Wassers überzugehen. Nun, ich bin sauber und die Sonne und das freundliche Wetter helfen ja auch. Bei R läuft es besser.
Bilder: https://wordpress.hol-den-ball.de/piwigo/index.php?/category/175
Vor dem Frühstück zu Fuß zum nächsten Lebensmittelladen, gut erreichbar, der allerorten herumliegender Müll und der schlechte Zustand des Gehweges ist zu bemerken. Dafür scheint der Italiener und hier der Sizilianer keine Probleme mit Planfeststellungsverfahren, Bürgerinitiativen, Fledermäusen, Lurchen und anderen Bremsern zu haben. Sie bauen, wie sie Autofahren, siehe Brücke Genua: 6 Monate, über Lüdenscheid und die intensiven 2maligen Besuche des sehr geehrten Herrn Wüst schweigen wir mal, aber ein Vergleich ….
Auf dem Rückweg, vorbei an einem verwilderten Garten mit seltsamen Bäumen, stehen einige historische Motorräder im Schaufenster. Ich darf Sie fotografieren und in Englisch / Italienischgemisch wird auch noch der zu ersetzende Zylinderkopf eines Renault „Sahneschnittchens“ gezeigt (Korrisionsschaden, vielleicht sollte man gelegentlich doch die Kühlflüssigkeit wechseln?).
Wir reisen ohne Frühstück und wollen über Land nach Corleone. Wir wissen schon, dass die Galerie in Corleone gesperrt ist und daher eine Umgehung notwendig werden wird. Gegen Mittag erreichen wir Corleone, das „Herz des Löwen“. Landschaftlich sehr schön gelegen, bergig. Einen Parkplatz fürs Wohnmobil zu finden ist schwierig, schließlich stehen am Rand neben einem Container in einer Nebenstraße. In der nahen Autowerkstatt (mit angeschlossenem Schrottplatz?) hinterlassen wir unsere Telefonnummer, falls der Container abgeholt werden müsste.
Schöne Überraschung, mein vorbereiter Satz: „Andiamo al Museo Don Corleone. Se l`auto deve sportasi, per favore telefonare.“ wird beantwortet: „Wieso sprichst Du keine Deutsch?“. Der Schrauber lebte 20 Jahre in Deutschland in Frankfurt. Es folgt ein schneller, aber sehr freundlicher Austausch, das Vorurteil: „Du kommst wieder und Dein Auto ist zerlegt, weil ist ja Mafia.“ wurde aber sowas von widerlegt. Wir schämen uns, an sowas auch nur gedacht zu haben.
Der Anmarsch zu „The Godfathers House“ (Museum) ist lang, steil und anstrengend. Angekommen sind wir die einzigen Besucher. Beeindruckend, lassen wir dazu die Bilder sprechen (Piwigo) und es soll ein eigener Beitrag über Mafia, Cosa Nostra, Uomo d`onore, Moustache Pete, Mobster usw. erstellt werden. Hier zunächst einmal, es ist nicht das Haus von Don Vito Corleone, es ist aber wirklich sehenswert gemacht und wir werden mit persönlicher Betreuung herumgeführt.
Hier nur so viel aus der Quelle: https://www.hitsicily.com/de/corleone-stadt-palermo-sizilien-mafia-don-vito-miete-haus-luxusvilla-ferien/
„Corleone ist eine Ortschaft im Innern Siziliens in der Provinz Palermo. Berühmt wurde sie, als ihr Name mit der Mafia-Familie Corleone aus dem amerikanischen Kino-Dreiteiler Der Pate in Verbindung gebracht wurde. Tatsächlich gibt es gar keine Familie Corleone, es handelt sich um eine reine Erfindung des Drehbuchautors – die Wirklichkeit ist sehr viel schmerzhafter, denn die sizilianische Mafia der Nachkriegszeit ist gekennzeichnet durch den Aufstieg mehrerer Mafia-Oberhäupter aus Corleone, die nach diversen blutigen Fehden schließlich die Oberhand über ihre „Konkurrenten“ gewannen und dank ihrer Verbindungen und Bündnisse de facto ganz Sizilien beherrschten. Ein Ausschnitt dieser gelebten Wirklichkeit von den fünfziger Jahren bis heute ist ausführlich dargestellt in den kürzlich erschienenen Buch Don Vito von Massimo Ciancimino, Sohn des aus Corleone gebürtigen Don Vito Ciancimino, eines allseits respektierter Bürgers, der auch Bürgermeister von Palermo wurde und mehr als zwei Jahrzehnte lang die Komplizenschaft von Mafia und Staat repräsentierte: Er war der Initiator der so genannten „Plünderung von Palermo“, der ausgedehnte landwirtschaftliche Gebiete in der Goldenen Muschel (Umland von Palermo) zum Opfer fielen. Kirchen, Villen, Häuser und Adelspalazzi wurden dem Erdboden gleich gemacht, um Raum zu schaffen für gigantische Wohnkasernen aus Stahlbeton, mit deren Errichtung Unternehmen beauftragt wurden, die der Mafia nahe standen bzw. ihr gehörten. Dies führte dazu, dass die Mafia ihre Macht bei allen legalen und illegalen wirtschaftlichen Unternehmungen der Stadt gründlich ausbauen konnte. Während dieser Zeit begann der Kampf der sizilianischen Rechtsinstitutionen gegen die Mafia, der in den 80er und 90er Jahren eine nie da gewesene Serie von Morden an Polizisten, Richtern, Carabinieri, Journalisten und einfachen Menschen heraufbeschwor, die sich der allgegenwärtigen Macht der Mafia entgegenzustellen suchten. Heute, nachdem alle wichtigen Mafiabosse verhaftet sind, leben in Corleone noch die Familien derer, die das Hirn und gleichzeitig auch der bewaffnete Arm der Mafia waren. Obwohl ebenfalls vom Stahlbeton erdrückt, bewahrt Corleone doch noch einige Züge des alten, der omertà verpflichteten sizilianischen Dorfes; es präsentiert sich fast unbeweglich und schläfrig an der Oberfläche, aber im Innern noch angeheizt von dem Wunsch nach Rückkehr zu der alten Macht. Corleone verdient einen Besuch: Hier, in der Erforschung der Orte, wo die Mafiabosse und ihre Stellvertreter lebten und oft genug sich versteckten, liegt der Schlüssel zum Verständnis, wie das Phänomen Mafia entstehen konnte.“
Am frühen Nachmittag geht es weiter Richtung Agrigent, da in oder nahe Corleone keine Stellplätze verfügbar sind und alles im Städtchen sehr, sehr eng ist. Wir haben sowohl die Entfernung als auch die Straßenqualität unterschätzt, das Womo und das Fahrwerk muss einiges einstecken. Landschaftlich ist die Fahrt aber ein Highlight, mit langem Radstand sollte man es lassen, Ortsdurchfahrten mit gefühlt 1000 Kurven und ebenso zahlreich 180 ° Turns senken den Schnitt. Hier mal drei Kühe, dann eine Schafherde, auch der Reiter auf der Straße in flottem Trab grüßt freundlich. So erreichen wir Camping Valle die Templi in Agrigent in der Dunkelheit, können aber noch einchecken. Dann schneller Aufbau, Abendessen an Bord. Für den morgigen Tag ist ein langsamer Start vorgesehen.












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