Schrauben und Warten

Ventile-1Wer schreibt, bleibt. Wer schraubt, der glaubt … an sich , an seine Fähigkeiten und schließlich an den Erfolg einer Reparatur oder Wartungsarbeit. Ich freue mich berichten zu dürfen, dass es nicht nur Glaube war, auch wenn der Berge versetzen können soll, sondern es waren in der Regel immer Erfolgserlebnisse und sie haben eine Menge Geld gespart, wie später an einem Beispiel aufgezeigt wird.

Benennen wir noch die Voraussetzungen, um erfolgreich schrauben zu können. Zuerst braucht es eine gewisse Leidensfähigkeit, Maniküre und Altöl vertragen sich eher schlecht, es braucht also Drecktoleranz. Ausreichende Hilfsmittel, wie Drehmomentschlüssel und nach der Jahrtausendwende OBD 2 Stecker und Lese-/Steuersoftware. Kompetenz aus früheren Jahrzehnten ist nicht hinderlich und dann ist da noch die Community in verschiedenen Foren, meistens hat irgendjemand schon vorher das Problem gelöst. Angemerkt sei, dass das Grundrauschen immer häufiger die sinnvollen Ergebnisse überdeckt, Geduld ist also gefragt und die Zündkerzen-Auspack-Erlebnis-Darsteller mit begleitender tiefenpsychologischer Analyse muss man weglächeln. Vielleicht hatten die nur Singen und Klatschen als Leistungskurs, können dafür aber ihren Namen tanzen.

Das andere Ende, die Carnot-Prozess-Versteher mit-linksdrehender-Schleife (also der Carnot-Prozess nicht die Versteher) sind aber auch nicht nötig. Versuch, mit Betonung auf Suchen, macht klug, besonders mit Buch, also noch eine Literaturempfehlung.

 

 

 

 

 

 

 

ISBN: 978-3-7168-2202-9 und ISBN: 978-3-932563-37-9

bursigEine Anschaffung sei noch erwähnt: der Bursig-Motorradständer, ersetzt quasi eine Hebebühne und man kann z.B. die Räder ausbauen und der Rest bleibt in der Luft hängen. Nicht verschwiegen sei, dass er recht teuer ist, eine lange Tüftelei zur Anpassung brauchte und jetzt – vielleicht auf Grund des Gewichtes das Motorrad aus der oberen Aufhängung zu rutschen drohte. Die Kommunikation mit Bursig war unbefriedigend, bzw. wurden Mails dann nicht mehr beantwortet. Abhilfe schaffen derzeit Unterlegscheiben um den Preis, dass das untere Gegenstück nun nicht mehr besonders tief im Rahmen sitzt.

federbein-1Die erste wirklich ernste Reparatur war das hintere Federbein, es war undicht und hatte wohl schon das ganze Öl in die Landschaft verteilt, jedenfalls war es mehr und mehr Luftfederung und keine Dämpfung. Das Ergebnis der  Anfrage bei BMW nach Reparaturkosten ergab einen deutlichen Motivationsschub, nach Alternativen zu suchen. Empfohlen sei hier: HH race-tech, einschicken und 14 Tage später ist für wesentlich kleineres Geld alles wieder gut. Spannend ist der Ausbau des Federbeins, der gesamte hintere Rahmen muss nach oben geklappt werden.

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Irgendwann muss dann das Ventilspiel gecheckt werden, beim Boxer eigentlich kein Problem, gebraucht werden aber ein Zündspulenabzieher und wenn das Spiel tatsächlich nachgestellt werden muß, die passenden Einstellplättchen. Die Länge der Steuerketten und die Dimensionierung derselben ist nicht gerade vertrauenerweckend.

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Braucht es neue Reifen, sieht es so aus (Das dritte Bild zeigt die Pirellis aus 2021):

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Zu berichten ist noch über einen Garantiefall. Die ursprünglichen Alu-Felgen zeigten um die Speichen herum schon immer Korrosion. Zunächst glaubte ich an Salzschäden, bei einem erneuten Besuch in Coesfeld versenkte der dortige Meister eine Anreißnadel ziemlich tief in den Ätzspuren. Es wurde ein Garantieantrag gestellt und doch ziemlich schnell positiv beschieden. So kam ich zu nagelneuen schwarzen Felgen.

Zu erwähnen ist die Rückrufaktion wegen der unsicher befestigten Vorderradgabel, Das dauert  Monate und die unbefriedigende Anweisung: Dann müssen Sie halt jeden Tag mit der Fühlerleere nachmessen, ob da was rutscht, war auch nicht gerade hilfreich. Schließlich wurde das gemacht. Was sie nicht in den Griff kriegten war immer wieder Luft in der Hinterradbremse, aber die ist schnell entlüftet und dann geht es auch mal 1000-2000 km wieder gut.

Zum Schluß etwas über das Reifendruckkontrollsystem. Im Display kann im Fahrbetrieb der aktuelle Reifendruck abgerufen werden. Dazu sind in der Felge Reifendrucksensoren verbaut, die über Funk, wahrscheinlich 433 MHz, ins Steuergerät senden und so die Anzeige ermöglichen. Dazu ist eine Energiequelle nötig.

Es ist schon frech, wenn eine Standard-Knopfzelle (CR 2032, 3V) verbaut wird und diese natürlich nicht gewechselt werden kann. BMW schmeißt den ganzen Drucksensor weg und baut neue ein. Gesamtkosten wohl so an die 800 €, je nachdem welchem Wegelagerer man in die Hände fällt.

Also, nicht mit Opa Heinz sein Sohn!. Vorsichtiges Herauskratzen der Gießmasse fördert die Knopfzelle zu Tage. Vorsichtiges Abhebeln der Schweißpunkte löst sie aus. Dann lötet man neue – bitte mit Lötfahnen verwenden – ein, füllt nichtleitendes Silikon als Dichtmittel ein und schon ist alles wieder wie neu und gut für weitere 5 Jahre. Ach ja, um den Dichtsatz kommt man nur mit Mut herum, geliefert wird für bescheidene 46 € 1 Ventilkappe, 1 Autoventil, 1 Überwurfmutter (Plastik), 1 Gummidichtring. Dieser Dichtring sieht aus, wie ein kleines Stück von einem Benzinschlauch, wahrscheinlich würde es auch ein oder zwei O-Ringe tun. Nächstes Mal also mehr Mut!

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Zur Verschönerung noch ein paar Aufkleber:

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Es gäbe noch viel zu berichten, insbesondere über die OBD II Schnittstelle, aber dies folgt an anderer Stelle.

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