Sa, 20.07.2019

Das Frühstück ist eine Mischung aus heißem Büffet (Brühwurst, Brokkoli, Bohnen, Ei), Hafermilchsuppe (die extensiv von den Anwesenden verschlungen wird), dann aber auch kontinental, beim Brot üben sie noch, Obst wird erstaunlicherweise sparsam angeboten. Es ist ein durchaus gutes Angebot.

Über die Rezeption nehmen wir Kontakt mit der Tourist-Info auf. Ein deutschsprachiger Fremdenführer soll sich melden. Wir machen uns nach einer Wartezeit selbst auf den Weg zur T-Info, unterwegs kein Netz, daher erreicht uns der Kontaktversuch nicht. Dies bleibt unschädlich, da in der Info sofort weitergeholfen wird. Die Wartezeit auf Andrej wird mit dem Beschaffen von Briefmarken – die Post ist eine Post, wie man sie sich vorstellt, also Stand: 1960. Eben noch die Postkarten auf den Weg geben und dann übernimmt Andrej. Er hat in Berlin studiert, er erläutert – zunächst zu Fuß – die Bauwerke im und in der Nähe des Zentrums.

Mit Erlaubnis von Andrej veröffentlichen wir hier seine E-mailadressse, mit der ausdrücklichen Empfehlung: Wenn Ihr Kaliningrad besucht, wählt Andrej Portnjagin als Reiseführer! Ihr werdet es nicht bereuen. Ihr erreicht ihn unter andreport@web.de .
Mobil/WhatsApp +79 114 533033.

Es sei hier nur erwähnt, dass wir die orthodoxe Kirche (keine Instrumente, nur Vokalmusik) besuchten und das Bauhausgebäude. Für weitere Info bitten wir doch Wiki zu bemühen, auch die Fotos werden für sich sprechen.

Für die weiteren Entfernungen stellt Andrej seinen schönen Opel zur Verfügung und wir reisen zu den weiteren High-Lights. Das Gebäude der Sowjets mit dem Gelände des ehemaligen Schlosses, das Kantdenkmal, Villen im Amalienau-Viertel, die wiederaufgebaute Altstadt (Plattenbau, aber in schön!) und natürlich die Kant-Insel (Kneiphof). Über die Honigbrücke erreicht man das Kantgrab. Viele Hochzeitspaare zelebrieren hier in der Nachmittagssonne das Fotoshooting. Zwischendurch legten wir eine Pause im Kruassan-Kafe ein, eine sehr gute Empfehlung von Andrej. Neben den Kuchen und anderen Spezialitäten, besonders zu erwähnen die Croissants, es wird auch Brot gebacken. Der Stil ist französisch, Musik, Einrichtung und Ambiente sind gut getroffen.

Am Kantgrab sind wir nach 5 h doch recht erschöpft, sofort bietet Andrej an uns auch noch zum Hotel zu fahren. Wir nehmen dankend an, das waren sehr gut angelegte 100 €, die sich Andrej aber auch wirklich verdient hat. Seine Spezialität waren die Gebäude, hier hatte er immer Hintergrundinformationen und auch stets die aktuelle Nutzung präsent.

Die Sowjetzeiten wurden nicht ausgeklammert und durchaus kritisch dargestellt. Wie es heute ist, haben wir nicht drängend nachgefragt, der Eindruck des Stadtlebens spricht hier für sich.

Nach einer Erholungspause kam uns die Idee zu einem Baumarkt zu fahren und dort einmal das Angebot anzuschauen. Wir finden direkt in der Nähe ein Angebot in der Größe von OBI, Hellweg und Bauhaus zusammen. Endlose Flächen und es gibt tatsächlich Alles. Erwähnt sei, hier kann der Russe sogar Freilandleitungen einschließlich Montagematerial, Isolierungen erwerben.

Anschließend auf eigener Achse ins Zentrum, wir wählen ein Parkhaus und machen uns zu Fuß auf den Weg zum kostenlosen Open-Air-Konzert. Anschließend lassen wir den Tag mit einem Cocktail und Oliven-Kleinigkeiten beim Italiener, der hier aber Russe ist ausklingen. Die freundliche Bedienung spricht exzellentes Englisch und berichtet von Ihrem Traum nach Amerika zu gehen. Es wird schon klar, dass der Lohn hierfür auch mit langem Sparen nicht reichen wird. Die Traurigkeit der russischen Seele ist begründet: Priwjet Gospodin, ljudy aljut. Auch ein ordentliches Trinkgeld kann da nicht helfen.

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